02 IL 76 001a  11.08.2019
  Bausatzvorstellung: Russian Transport Airplane Il-76TD EMERCOM
  (Zvezda, Art.Nr. 7029 , Maßstab 1:144)
  von Sven Dettmar

 

 

Das Original:

Die Flugzeuge der Iljuschin IL-76 Klasse sind schwere Transportflugzeuge, die in der Sowjetunion entwickelt wurden und bis heute in verschiedenen Varianten fliegen. Als Nachfolgemodell der An-12, begann die Entwicklung Ende der 1960er Jahre. Die Anforderungen waren eine Reichweite von 5.000 km mit einer Nutzlast von 40 Tonnen. Der Erstflug des Prototyps (Kennzeichnung SSSR-86712) erfolgt am 25. März 1971. Im Mai 1971 wurde die Maschine in Paris auf dem 29. Pariser Aerosalon, der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Serienproduktion erfolgt ab 1973 in Taschkent, Usebekistan. 405 Maschinen wurden an die Transportfliegerkräfte ausgeliefert. Ab Dezember 1976 wurden weitere Maschinen (über 120) an die Aeroflot ausgeliefert.


Im Juli 1975 wurden mit einer Serienmaschine 35 Weltrekorde aufgestellt. Zum Beispiel eine Nutzlast von 70t in einer Höhe von 11.875 m, außerdem eine Nutzlast von 40 Tonnen über 5.000 km Entfernung mit einer Geschwindigkeit von 816 km/h transportiert. Die offizielle Fertigung für die Sowjetunion lief 1992 aus. 1997 verließen die letzten neuen Maschinen das Werk. Nach dem Jahr 2000 wurden wieder Bestellungen aufgenommen und weitere Maschinen nun am Standort Uljanowsk gebaut. Seit 1972 wurden ca. 960 Maschinen für die Sowjetunion, sowie deren Nachfolgestaaten, aber auch in andere Länder wie Kuba, Irak, Iran, Algerien, Indien, Libyen, Ungarn, Südkorea, Syrien und China geliefert. Militärische Versionen waren mit Heckgeschützkuppeln 2 x 23mm Kanonen ausgestattet und einige Maschinen hatten sogar Bombenabwurfvorrichtungen an den Flügeln.

Die hier vorliegende Version ist eine Iljuschin IL-76TD der EMERCOM, des Ministeriums der Russischen Förderation für Katastrophenschutz. Die IL-76TD ist die zivile Variante der IL-76MD und hatte ihren Erstflug am 05. Mai 1982. Die Maschinen der EMERCOM werden für verschiedene Zwecke im Katastrophenfall eingesetzt und dementsprechend ausgerüstet. Sie können normale Transportaufgaben übernehmen oder auch mit Löscheinrichtungen für Waldbrände ausgerüstet werden.

Die Flugzeuge des Typs IL-76 sind Schulterdecker mit vier an Pylonen unter den Tragflächen befestigten Triebwerken. Die Flugzeugnase ist mit Sichtfenstern für den Navigator ausgestattet. Die Flugzeuge sind besonders für die rauen Gegebenheiten der russischen Länder geeignet und können bei Temperaturen zwischen -70° und +45° Grad C eingesetzt werden. Durch diese hohe Temperaturspanne wurden Sie auch sehr häufig zu Polarflügen eingesetzt. Ihr Fahrwerk besteht aus 16 Rädern und kann durch Reifendruckveränderungen an die verschiedenen Untergründe angepasst werden. Der druckbelüftete Frachtraum ist in der Grundversion 20 m lang und hat ein Volumen von 235,28 m³, mit einem Querschnitt von 3,4m x 3,4m.

 

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Der Bausatz:

Der knapp 50 cm lange Karton verbirgt einen stabilen Pappkarton, der einen sicheren Transport des Bausatzes gewährleistet. Im Inneren liegt dann jede Menge grauer Kunststoff, der zu einem beeindruckenden Flugzeug zusammen gebaut werden möchte. Was ich bei den Bausätzen von Zvezda sehr gut finde, ist die gute Platznutzung. Der Karton kommt nicht voluminös daher und man muss die Spritzlinge suchen, sondern der Karton ist ausgefüllt mit jeder Menge Bauspaß!

So warten 207 Bauteile, verteilt auf 9 Spritzlinge, ein Displayständer, ein Decalbogen und eine Bauanleitung auf den Modellbauer.

 

00 05 IL 76 003a   00 06 IL 76 005a   00 07 IL 76 011a   00 08 IL 76 018a   00 09 IL 76 015a   00 10 IL 76 007a

 

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Die Details:

05 IL 76 003w   05 IL 76 003www   07 IL 76 004a   04 IL 76 005w   04 IL 76 005www   07 IL 76 016a

04a IL 76 012a   01 IL 76 017a   03 IL 76 019a   03 IL 76 019b   04 IL 76 012a   04 IL 76 020a

08 IL 76 014a   09 IL 76 008a   05 IL 76 009a

 

Spritzling A:

Der Spritzling A ist der Rumpf aus Backbord und Steuerbord Seite. Die Detaillierung ist sehr fein, es sind keine Grate oder Versätze zu sehen. Die Einstiegsluken kann man wahlweise offen oder geschlossen ausführen. Die äußeren Nähte sind sehr fein ausgeführt. Das Seitenruder ist zweigeteilt und an den beiden Rumpfhälften angegossen. Es wäre vielleicht schöner gewesen, wenn man das Seitenruder separat beigefügt hätte.

 

Spritzling B:

Hier sind die Tragflächen angebracht. Höhenruder und Klappen sind auf extra Sprtizlingen verteilt. Man kann durch die verschiedenen Klappenvarianten, die verschiedenen Flugbetriebe auswählen. Die Detaillierung und Sauberkeit sind wieder sehr gut!

 

Spritzling C:

Die Räder, das Fahrwerk sowie Halterungen für die Landeklappen findet man auf dem Spritzling C, der 2 Mal vorhanden ist. Hier kann man ein paar kleine Fischhäute finden sowie ein paar Kunststoffnasen, aber nichts besonders Schlimmes.

 

Spritzling D:

Die Triebwerke befinden sich auf dem Spritzling D, der wiederum 2 Mal vorhanden ist. Leider findet man in den Triebwerkseinläufen eine Angussstelle die schwierig zu entfernen ist, da die Einläufe nur 9,5mm im Innendurchmesser besitzen. Das ist ein echtes Manko! Ansonsten sehen die restlichen Teile für die Triebwerke gut aus.

 

Spritzling E und J:

Die Spritzlinge E und J sind die Teile für den Ständer.

 

Spritzling F:

Auf dem Spritzling F sind Teile des Interieurs, sowie die Heckklappe zu finden, ebenso die Einstiegsluken. Man kann die Maschine in verschiedenen Varianten bauen, eine davon ist mit offener Heckklappe, die entweder am Boden geöffnet ist, oder auch im Flug, zum Abwurf von Lasten.

 

Spritzling G:

Der Spritzling G beinhaltet verschiedene Landeklappen um eine Version im Flug, oder Start/Lande Augenblick darzustellen. Asserdem sind hier Teile für den unteren Rumpf, das Cockpit, sowie der Laderaumboden zu finden. Detaillierung ist hier ebenso wieder sehr fein.

 

Spritzling H:

Hier sind die Teile für das Höhenleitwerk zu finden, sowie einige Teile für den Innenausbau des Cockpits. Bei der fertigen Version kann man das Höhenleitwerk in 2 Stellungen bauen, um Flugbetrieb oder Landebetrieb darstellen zu können.

 

Spritzling L:

Der letzte Spritzling ist die Kanzel, sowie einige kleine Fenster. Sehr schön finde ich die separate Verpackung dieser Teile, damit sie nicht zerkratzen können.

 

Der Decalsatz:

Der Decalsatz ist sehr umfangreich und beinhaltet die Flugzeugkennung, die Embleme des EMERCOM, sowie auch der Name des Flugzeuges. Leider konnte ich nicht heraus finden, wie der Name lautet. Beim Anbringen der Sternembleme ist Vorsicht geboten, denn sie sind schnell verkehrt herum angebracht! Es sind insgesamt 58 Decals von groß bis wirklich klein anzubringen!

D 00 IL 76 022a   D 03 IL 76 023a   04 IL 76 022wwww   04 IL 76 022wwwwwww   D 01 IL 76 024a

 

Die Bauanleitung:

Die Bauanleitung ist so groß wie 3 DIN A4 Blätter nebeneinander und auf DIN A4 Größe zusammen gefaltet. Übersichtliche Bilder führen in 16 Schritten zu einem gebauten Modell. Man kann sich 1 von 3 Versionen aussuchen. Version 1 ein Standmodell in Beladung mit geöffneter Ladeluke, Version 2 im Flugbetrieb auf Ständer, Version 3 Im Flugbetrieb mit ausgefahrenen Landeklappen und Fahrwerk. Version 4 ist die eigentlich interessanteste Version, aber nicht aufgeführt, nämlich im Flugbetrieb mit geöffneter Ladeluke beim Abwurf von Lasten, oder wie auch auf dem Kartonbild zu erkennen, als Löschvariante gegen Waldbrände. Dies wäre ein sehr gelungenes Diorama!

 

B 02 IL 76 Bauanleitung2a   B 02 IL 76 Bauanleitung3a   B 02 IL 76 Bauanleitung4a   B 02 IL 76 Bauanleitung5a   B 02 IL 76 Bauanleitung6a   B 02 IL 76 Bauanleitung7a

 

Fazit:

Der Bausatz verspricht ein interessantes Flugzeugmodell, einer ausgesprochen erfolgreichen Variante der Transportflugzeuge zu werden. Viele feine Details und verschiedene Ausrüstungsmöglichkeiten ergeben einen hohen Bauspaß. Ein Modell das besonders die anspruchsvollen Modellbauer herausfordern möchte, aber auch Anfänger können sich mit der guten Bauanleitung ein schönes Modell erarbeiten. Bei einem Preis zwischen 17 und 30 EURO ist der Bausatz sehr empfehlenswert!

 

03 IL 76 002a

 

Stärken:

Stabiler Karton, feine Detaillierung, keine Fischhäute oder Gräte, übersichtliche Bauanleitung, eine von 4 verschiedenen Variationen möglich.

 

Schwächen:

Durch den Maßstab 1:144 könnten manche Leute das Anbringen der teilweise sehr kleinen Decals als sehr schwierig finden. Angusstellen in den Triebwerksauslässen.


Sven Dettmar / Modellbauclub Koblenz